Accident Grinder Music

fatagaga steht für „fabrication de tableaux gasométriques garantis“, übernommen von den Dadaquerulanten Max Ernst / Hans Arp, von denen ersterer das Prinzip der Collage genau auf den Punkt gebracht hat: „Ce n’est pas la colle qui fait le collage.“

Als „Leim“ seiner auralen Mixturen dient fatagaga seit Jahren das Prinzip Elastic Audio. Und wie eh und je ist der Leim nicht haltbar für die Ewigkeit. Es geht um das Adaptieren, Zitieren, Zerhacken, Verfremden, Durch-den-Fleischwolf-Drehen und im direktem Zugriff in-einen-neuen -Kontext-Setzen von digitalem Strandgut aus der Weiten-Weiten-Welt. Und um das zur-freien-Verfügung-Stellen der eigenen Produktion.

12.5.2013 _ 11 Uhr
Die Treppe _ Yorckstr.3 _ Düren
Soloprogramm von fatagaga anläßlich der Finissage der Ausstellung Sprachlabor von Stefan Zöllner.

fatagaga – Traumflug

Das Video „Über das Betreten der Traumschleuse“ stammt aus dem Jahr 1989, war ohne Ton und wurde vom Publikum des Akademierundgangs weitgehend betreten aufgenommen … auf Tischen fanden sich dazu passend schamanistische Fetische und an den Wänden Traumskizzen, mit links stenografiert … Die Musik ist 2009 entstanden und klingt wie das Zeug, das ich 1996 gemacht habe, nur besser, dank Ableton … zusammengemorpht habe ich es gerade eben … fröhliches Decadenhopping also, for you pleasure!

Der Wahrheit in’s Gesicht sehen

Die allererste fatagaga-Aufnahme: „Der Wahrheit in’s Gesicht sehen“, mit 4 verstimmten Gitarren 1987 auf einem 4-Spur-Tape-Recorder eingespielt. Experimente dieser Art machte ich mit Flurnachbar Siggi Becker in meiner Muffbude in Düsseldorf, als ich an der Kunstakademie studierte. Dort zeichnete ich auch das Video auf, mit Diaprojektor und einer riesigen 80er-Jahre-VideoCam aus der Paik-Klasse im Hörsaal, wo ich mir tagsüber Anekdoten von Werner Spies über Max Ernst anhörte.

Die Bildüberlagerung kam dadurch zustande, dass ich immer 2 Dias meiner Gemälde sandwichartig in den Einschub presste und mit der Schärfeneinstellung des Projektors spielte. Die Bilder wurden danach synchron zur Musik geschnitten, es ging mir um die Simulation einer synästhetischen Tiefenerfahrung.

Music „Der Wahrheit in’s Gesicht sehen“ by fatagaga (Stefan Zöllner und Siggi Becker), 1987
Video „Dionysos“ by Stefan Zöllner, 1988

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